Ich habe 7 Jahre in der Schweiz gelebt und das an einigen Orten. Es stimmt, dass die Wohnungssuche ätzend ist, aber es wurden neue Wohnungen gekauft, meine alte Wohnung z.b. stand leer, als ich ging o_O Und die Lage ist top, genauso wie die Wohnung an sich.
Krankensystem? haha. Für singles das beste der Welt: Für 200-240 Franken im Monat gibt es eine Versicherung mit Abdeckung ab ca. 2500 Franken im Jahr, darunter muss man selbst zahlen und jetzt kommt... kein Schreck. Das Beste, was man macht ist zu einem Arzt in Deutschland zu fahren, da bekommt man jederzeit einen Termin, weil man bar bezahlt. Da ist man Patient+. In der Schweiz ist es viel teurer und man ist nicht mehr Patient+. Und wenn etwas schlimmes passiert, muss man wohl in der Schweiz bleiben, da sind die Kosten sehr hoch und die Krankenversicherung springt ein. Dafür bekommt man überall eine Top Ausstattung, in Deutschland nur in den Städten, auf dem Lande ist es scheisse.
So, wenn wir uns nur auf das Geld konzentrieren...Ich habe im Monat deutlich weniger als 100 CHF im Monat für Medikamente und Arztbesuche herausgegeben und ich muss schon ein teures Medikament kaufen (zum Glück habe ich früh herausgefunden, dass es dieses Medikament in Österreich zum halben Preis gibt

). In Deutschland zahle ich 350 € und mein Arbeitgeber auch 350€ (woher kommt dieses Geld? Natürlich auch durch mich). Und Deutschland hat doch deutlich niedrigere Löhne...warum zahle ich also viel mehr in Deutschland für ein schlechteres System. Es gibt dabei aber eine Ausnahme: für Familien lohnt sich das deutsche System mehr. Aber ich bin doch nicht so blöd und heirate in Mitteleuropa.
Ja, was haben wir da noch? Ausländer? Die meisten Ausländer in CH sind Deutsche, Jugos und Portugiesen. Die Deutschen werden von vielen Schweizern nicht gemocht, weil sie so unfreundlich, unhöflich, sozial inkompetent, besserwisserisch, egozentrisch, eingebildet, nicht hilfsbereit...mehr als nur unsympathisch sind. Und dieses Gesocks trifft auf sehr höfliche, zuvorkommende, herzliche, auf Harmonie bedachte Schweizer. Ein Bild, das in Europa häufig vorkommt, aber mit etwas anderen Adjektiven, z.b. haben Holländer und Osteuropäer einen Humor und Deutsche gar keinen. Was in der Schweiz aber geschätzt wird ist die Arbeitsmoral und die Ausbildung der Deutschen. Dennoch kann jetzt wohl jeder nachvollziehen, warum die Schweizer die Deutschen nicht mögen. Die Deutschen, die da sind haben selber die Schnauze voll von ihrem Volk oder haben von den Schweizern gelernt. Jetzt ist also Vorsicht angesagt, wenn ein Deutscher über die Schweiz lästert, denn es kann sein, dass er dort einfach aufgrund seiner sozialen Inkompetenz keinen Fuss fasst.
Arm in der Schweiz? Wer so blöd ist, der wird überall arm sein. Auch mit einem Ausbildungsberuf kann man dort richtig viel Asche sparen, aber die meisten Menschen sind einfach nur dumm mit der Verwaltung von Geld. Sie schmeissen mehrere Hundert CHF für Nutten heraus, Smartphone-Vertag muss natürlich auch her, Auto muss natürlich die Penisverlängerung sein, Klamotten vielleicht in Zürich Innenstadt und nicht vergessen jede Woche Ausgang zum Restaurant (In der Schweiz kostet so was locker 25 CHF / Nase) oder Club. Ich investiere nicht nur an der Börse, sondern lese auch paar Blogs von Gleichgesinnten, deren Ziel es ist die finanzielle Freiheit zu erreichen und wir tauschen uns gerne Anekdoten aus. Letztendlich sind wir Aussenseiter, weil es so viele finanziell Dumme gibt, geschätzt sind das 80% der Menschen in Mitteleuropa. Und ich habe keine Lust Hohlbirnen aufzuklären, es bringt sowieso nichts. Schmeisst euer Geld heraus, es landet schön in meiner Tasche als Aktionär, das dann reinvestiert wird.
Jetzt wollen wir mal den Spiess umdrehen: Warum ist Deutschland scheisse und die Schweiz geiler...Die Liste wäre zu lang, aber ich konzentriere mich auf eine Sache, die für mich hier einen Kulturschock ausgelöst hat: In CH kümmert sich die Personalverwaltung um viele Papiere, Anträge und Mitgliedschaften. Da wird man als Bürger gar nicht belästigt. Und wenn man zu einer Behörde muss (Auto, Einwohnermeldeamt z.b.), wird alles schnell erledigt, es gibt kaum Warteschlangen, die Termine werden sehr pünktlich eingehalten und Probleme werden flexibel und schnell gelöst. Vieles lässt sich online oder per Mail abklären und Anfragen werden nicht nur beantwortet, sondern auch erklärt, so dass man wirklich aufgeklärt wird. Das ist so schön...da werden Fragen beantwortet, die sich beim Lesen der Emailantwort neu gebildet hätten. Wie war das noch? Zuvorkommende Schweizer. In Deutschland wird zwar beantwortet, aber in knappen Sätzen und wir sollen den Parasiten die Infos aus der Nase ziehen, aber manchmal stellen sie uns Fragen um uns noch mehr in eine Scheisse reinzureiten (habe ich beim Zollamt erlebt). Vorgänge dauern ewig lang, die Wartezeit ist heftig. Manche Dinge braucht man einfach nicht in der Schweiz, sie pfeifen einfach auf bestimmte Vorgänge. In Deutschland habe ich eher den Eindruck, dass du zu anderen Behörden geschickt wirst, damit sie dich auch noch ausrauben können. Die Schweizer haben einfach einen anderen Bezug zur Verwaltung, für sie ist es ein Hemmnis in der Effizienz ihrer Wirtschaft, deswegen halten sie sie knapp (und deswegen zahlt man auch so wenig Steuern in CH). Ausserdem arbeiten sie zusammen, egal ob man als Anwalt oder Arbeitsloser zur Behörde geht, da ist keiner eingebildet, sondern immer noch höflich und freundlich zueinander.