Nein, darauf nicht, aber ich kann nicht verhehlen, dass ich über diejenigen lache, die davon überrascht sind und denken, das wäre ein Produkt der letzten Wochen. Die Sache liegt schon sehr lange in der Luft und wird in den USA seit rund 1,5 Jahren diskutiert in den Zirkeln diskutiert, die zunehmend mehr an Macht und Einfluss gewonnen haben. Der Rand bleibt kein Rand, sondern dringt schon seit langem nach und nach in die moderaten Bereiche auf beiden Seiten ein. Die deutschen Medien haben erst vor rund drei Wochen Wind davon bekommen. Ich freue mich nicht darüber (im Gegenteil, es gibt zu viele Amerikaner, mit denen ich zu sehr leide), aber ich halte unsere Medien für schwachsinnig und kann meinen Hohn für diejenigen nicht verhehlen, die seit Jahren über die USA berichten und von nichts Ahnung haben.
Erfreulich ist es gar nicht, denn was dort explodiert, ist eine gesellschaftliche Spaltung, die sich nicht übermäßig von der unterscheidet, die sich bei uns auch zusammenbraut. Die sind nur weiter in dem Prozess (und ihre Bevölkerung hat vermutlich das Zigfache dessen an Waffen, was die Bundeswehr hat).
Klar ist doch, dass die gegenwärtige amerikanische Gesellschaft keine Zukunft hat und sich neu erschaffen muss. Biden ruft zur Versöhnung auf, aber viele derjenigen, die gegen ihn wählen, würden ihn am liebsten erschießen (wie umgekehrt bei Trump auch). Und die von den Demokraten massiv unterstütze radikale Linke wird durch Biden auch nicht zu besänftigen sein:
https://twitter.com/MrAndyNgo/status/1324416507854561282
Oder ist daran irgendwas missverständlich?
Und wo soll das hinführen? Und viel entscheidender: WIE?
Glaubst du etwa wirklich, die bräuchten so lang für die Auszählung der letzten 1 - 10 Prozent von ein paar Staaten, wenn sie Kalifornien und Texas in wenigen Stunden auszählen können? (und eben noch rund 40 andere Staaten) Das ist ein Spielen auf Zeit, da herrscht Panik und Verzweiflung, leider sehr zurecht.