Aber nicht gewerblich?

Doch, natürlich gewerblich. Es gehörte zu meiner beruflichen Tätigkeit auch im Auftrag der Justizverwaltung dort technische Dinge und Bedarfe abzuklären.
Und froh wieder raus zu sein, war ich deswegen, weil da drin eine eigenartige, irgendwie bedrückende Atmosphäre herrscht. Ich war ja mit einem Wärter/einer Wärterin und einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin der Verwaltung unterwegs, mein Firmenwagen stand vor dem Eingang und ich musste alles, was ich mit rein nahm, vorher anmelden. Das galt aber nur, wenn ich in den Knast selbst, also den Gefangenenbereich musste. Wenn ich nur zur Verwaltung musste, war es lockerer. Aber meine Sachen wurden schon mal inspiziert. Aber klar war, weshalb ich da war und dass ich deswegen Geräte dabei hatte, die normal im Knast verboten sind. Dafür hatte ich ja auch eine Sicherheitsstufe und die hatten die Techniker zur Montage natürlich auch, sogar höher wie meine. Bei denen war dann auch nicht immer ein Justizbeamter dabei, die haben das nur grob begleitet. Aber da wo die gearbeitet haben, waren zu den Zeiten normal keine Knackis, die waren auf Arbeit. Ich selbst habe nur wenige Insassen getroffen dort. Da hat man freundlich gegrüßt und Ruhe war, auch im Frauenknast.
Wir hatten mal mit dem JuM eine gesponnene Idee gehabt, unser Teammeeting im Knast abzuhalten. Ist dann aber gescheitert, weil die externen Referenten keine Sicherheitsüberprüfung hatten. Wir in der Gruppe hatten das alle und unsere Chefs auch.
Und warum hatte ich keine höhere Sicherheitsstufe? Ich brauchte das nicht und mal ehrlich, wer hat es schon gerne, wenn da beim Nachbarn Leute sich nach einem erkundigen. Da kommt mitunter Gerede auf. Hatte mal ein Kollege bei der zweijährigen Auffrischungseinweisung erzählt, dass sein Nachbar ihn gefragt hatte, was da los sei. Da sagte er ihm, du weißt, wo ich arbeite und wir haben einen Auftrag für das Innenministerium auszuführen, deswegen überprüfen die alle Beteiligten. Da war der Nachbar beruhigt. Natürlich hätte der Nachbar ihm das nicht sagen sollen, aber durch die klare Aussage vom Kollegen, war der Nachbar beruhigt, weil im das einleuchtete und er verschwendete daran keinen Gedanken mehr. Nachbar ist hier so zu verstehen, dass die sich alle kennen, weil die viele Jahre in einer Straße, EFH an EFH wohnen. Das ist kein Wohnblock, da sieht das anders aus.