Sorry! Komme aus dem Ruhrgebiet und da ist die Sprache manchmal etwas " rüde ". Aber trotzdem! AIDS kam doch eher Thema. Ich kann mich noch erinnern. Im Sommer 1984 kam mein Vadder mit einer Bildzeitung nach Hause. Auf der Titelseite ein Foto vom abgemagert Schauspieler Rock Hudson. Ab dem Zeitpunkt war Aids in aller Munde meine ich. Im Milieu war ich da allerdings noch nicht mit 13 Jahren unterwegs.
Alles gut; ich für mich muss es ja auch gar nicht persönlich nehmen.
In der deutschen Szene war es bis Ende der 80er Jahre kein gravierendes Thema. Ich bin Mitte der 80er eingestiegen, intensiviert dann ab Ende 80er und in den 1990ern. Im Ausland, Afrika und USA, mag das Thema vorher schon umfassenden auf der Tagesordnung gewesen sein. Wobei in Afrika mehr wegen der Infektionszahlen, jedoch nicht verankert bei der Bevölkerung. Ich war im März 1989 zum ersten Mal in Kenia in Urlaub und habe da natürlich wie zu Hause blank gevögelt. Ein bisschen mulmig war mir danach dann schon und ich habe nach der Rückkehr einen Test gemacht, der negativ ausfiel.
US Langschwanz John Holmes starb 1988 an AIDS. Die Szene in Deutschland war aber definitiv erst ab etwa diesem Zeitpunkt betroffen. Davor war AO übliche Praxis und auch danach - wie ich oben schrieb - genug zu bekommen. Clubs in und um Düsseldorf, der Schieferhof, Wohnungsnutten im ganzen Ruhrgebiet. Und in Städten wie Hamburg, Frankfurt, Hannover, Berlin war es genauso. Echte Einschränkungen habe ich erst Stück für Stück im Laufe der 90er Jahre erlebt. Und dann trennte sich auch der Markt in die Gummi- und die AO-Fraktion.
Für den Normalbürger war doch AIDS eh die Homo-Krankheit und wurde entsprechend dieser Gruppe zugeordnet. Nur Dr. Sommer machte einem das Leben schwer, da Bravo auch auf der AIDS-Welle ritt, was uns eloquenten Jung-Managern die Jagd nach den Teenies in der Disko erschwerte, die plötzlich mit Kondom ficken wollten, was in den 80ern in diesen Kreisen auch noch kein Thema war.
So zumindest meine Erinnerungen an die Zeiten zwischen 1985 und 1995.