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Kondompflicht kommt

Gestartet von Morpheus · 04.02.2015 · 545 Beiträge · 271.704 Aufrufe

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Als Nichtwähler hast Du aber auch kein Recht die politischen Zustände zu kritisieren. Du kannst ja auch eine Nischenpartei wählen und damit sinkt der prozentuale Anteil der im Bundestag vertretenen Parteien. Nichtwähler werden von den im Bundestag vertretenen Parteien indirekt als zufriedene Bürger eingestuft, was aber viele nicht sein dürften. Daher ist nichtwählen die schlechteste Form der Kritik an den Zuständen.


Nichtwählen ist immer die schlechteste Form der Mitbestimmung. Falls jemand nichts passendes auf dem Wahlzettel findet, hat man immernoch die Option, Stimmzettel ungültig zu machen. Diese Stimme zählt dann für niemanden.

Das wichtigste bei Wahlen ist es jedoch sich im Vorfeld mit den zur Wahl stehenden Parteien auseinander zu setzen. Ich weiß, das kostet Zeit, viel Zeit, die mancher lieber vervögeln will ;) Aber es geht bei den Wahlthemen nicht nur um Sex sondern generell um die Zukunft unseres Landes.
...scheint der ehemals halbwegs vernünftige Justizminister Heiko Maas (SPD) ... jetzt in Sachen Prostitution völlig den Verstand verloren zu haben:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zwangsprostitution-heiko-maas-will-freier-bestrafen-lassen-a-1032854.html

Was genau stört dich denn da? Ich zitiere den Artikel:
... Männern, die Sex mit einer Prostituierten kaufen, obwohl sie "Kenntnis" von deren Zwangslage haben, Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen drohen. Als Beispiele für solche Zwangslagen von Frauen nennt das Konzept des Ministeriums beispielsweise eine "Schuldknechtschaft", also die finanzielle Ausbeutung der Opfer durch ihre Zuhälter. ... "Ich bezweifle, dass eine große Zahl der Freier von Zwangsprostituierten tatsächlich verurteilt wird", sagt der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Uhl. "Entscheidend ist aber, dass Freier ihre Augen nicht mehr vor der Lage der Frauen verschließen könnten. Sie müssten zu ihrem eigenen Schutz darüber nachdenken."
Das klingt für mich nicht direkt nach "Verstand verloren". Wenn ein Mann weiß, dass die Frau nur mit ihm Sex hat, weil sie glaubt, dass sie muss (übrigens egal, ob er zahlt oder nicht), und er es dennoch tut, dann ist das Unrecht. Nachzuweisen, dass er von der Zwangslage wusste oder hätte wissen müssen, mag schwierig sein, ändert aber nichts am Unrecht.
Wenn ein Mann weiß, dass die Frau nur mit ihm Sex hat, weil sie glaubt, dass sie muss (übrigens egal, ob er zahlt oder nicht), und er es dennoch tut, dann ist das Unrecht. Nachzuweisen, dass er von der Zwangslage wusste oder hätte wissen müssen, mag schwierig sein, ändert aber nichts am Unrecht.

Genau dieser Nachweis ist aber das Problem an der Sache.

Woran soll ein Mann nun erkennen, ob die Frau, mit der er gerade schläft, dies nur tut, weil sie glaubt es tun zu müssen? Woran erkennt Mann nun echte "Zwangshintergründe"? Nicht zu vergessen, viele Prostituierte sind mehr oder wenig gute Schauspielerinnen.

Da bliebe für den Mann eigentlich nur eine Option, um sich keines noch so geringen Verdachts der Ausnutzung von Zwangsprostituierten auszusetzen, nämlich zu keiner Prostituierten mehr zu gehen.
Zuletzt bearbeitet von AO-Kr am 25.05.2015, 01:42
Exakt zu diesem Thema habe ich mir gestern auch so meine Gedanken gemacht, grins. Das ganze Leben ist bestimmt von Traditionen und auch von Zwängen. Jeder der zur Arbeit geht tut das vor allem deshalb, um sein Leben zu finanzieren und seine Brötchen zu finanzieren. Mithin eine Form von Zwang. Haben wir das schon mal hinterfragt, wie moralisch oder amoralisch das ist? Das tut die Regierung nicht, denn aus diesem amoralischen Verhalten rekrutiert sie ihre Steuern, um es etwas boshaft auszudrücken.
Wenn eine Frau sich dazu entschließt, ihre Brötchen mit Prostitution zu verdienen, so ist das ihr Wille und wir haben noch immer das Recht auf freie Berufswahl. Ob das jetzt ein "Beruf" ist, das wäre noch zu klären.
Und unsere feinen Abgeordneten unterliegen eben auch ihren "Zwängen". Da wäre der Fraktionszwang, bei dem der Abgeordnete nicht unbedingt seinem Willen nach entscheidet, sondern sich dem seiner Fraktion anpassen muss. Das finde ich übrigens auch amoralisch. Das könnte man dann auch gleich verbieten.
Ganz so einfach ist die Sache nun doch nicht. Denn hinter mir steht kein brutaler Schläger, der mich abends verprügelt, wenn ich nicht genug Geld eingespielt habe.
Auch ich unterliege einem Zwang, doch den vermag ich immer noch deutlich besser auszuhalten.
Das ist schon klar und das gefällt auch mir nicht. Dennoch gibt es auch tatsächlich Frauen, die ohne Luden anschaffen. Was mir an der ganzen Sache nicht gefällt ist der Anschein, dass alles was im entferntesten mit Prostitution zu tun hat unter einen negativen Apekt gestellt und mit Zwangsprostitution assoziiert wird. Dem ist aber nicht so und da wird meiner Meinung nach mehr Polemik betrieben und zu wenig differenziert. Und das ganze Gelaber von wegen der Freier müsse erkennen, dass es sich um eine Zwangsprostituierte handelt. Insoweit ist auch eine frei schaffende Prostituierte, die ihre Brötchen mit diesem Job verdient, eine "Zwangsprostituierte", um es überspitzt auszudrücken, wenn sie keinen anderen Job hat oder auch ausüben will und auch das soll es bisweilen geben.
des gibt ja auch eindeutige Fälle, in denen mit dem Zuhälter verhandelt wird und das Mädel dann gesagt kriegt, was es zu tun hat. Diese Fälle sind da sicher mit gemeint und dann natürlich solche FKK-Clubs in denen die Freunde der Damen rumhängen und jeder, der seine Augen nicht verschließt, mitkriegt, wie die Mädels die Kohle bei den Jungs abliefern.

Die Zielrichtugn des Gesetzes ist ja auch weniger die unmittelbare Wirkung, als vielmehr das, dass wir Freier darüber uns Gedanken machen. Das bringt schon viel.
Glaube nicht das sowas ausreichen wuerde nach diesem Gesetz eine Verurteilung zu erreichen. Prakisch wirds ja allein schon mit der Anonymität der freier normal unmöglich was zu erreichen.
Und unsere feinen Abgeordneten unterliegen eben auch ihren "Zwängen". Da wäre der Fraktionszwang, bei dem der Abgeordnete nicht unbedingt seinem Willen nach entscheidet, sondern sich dem seiner Fraktion anpassen muss. Das finde ich übrigens auch amoralisch. Das könnte man dann auch gleich verbieten.

Dem Grundgesetz nach, gibt es keine Pflicht einer Fraktion oder Partei angehören zu müssen, um in den Bundestag gewählt zu werden. Es ist auch nicht im Grundgesetz vorgesehen, dass eine Partei oder Fraktion das Abstimmverhalten ihrer Mitglieder beeinflusst. Daher ist der "Fraktionszwang" grundgesetzwidrig.

Aber auch hier bleibt, wie dem Thema Zwangsprostitution die Frage nach dem eindeutigen Beweis, dass jemand fremdbestimmt ist.
Ganz so einfach ist die Sache nun doch nicht. Denn hinter mir steht kein brutaler Schläger, der mich abends verprügelt, wenn ich nicht genug Geld eingespielt habe.

Wenn ein Freier mit einer Prostituierten verkehrt, die eindeutige Kennzeichen von körperlicher Gewalt zeigt (mehrfache Hämatome, Narben oder ähnliches), die nicht von einem Unfall stammen können, dann wäre dies ein starkes Indiz, dass diese Prostituierte geschlagen wurde.

Solche Fälle sind sicherlich in dem Vorschlag von Herrn Maas gemeint.

Welcher Zuhälter würde genau dies riskieren?
des gibt ja auch eindeutige Fälle, in denen mit dem Zuhälter verhandelt wird und das Mädel dann gesagt kriegt, was es zu tun hat. Diese Fälle sind da sicher mit gemeint und dann natürlich solche FKK-Clubs in denen die Freunde der Damen rumhängen und jeder, der seine Augen nicht verschließt, mitkriegt, wie die Mädels die Kohle bei den Jungs abliefern.

Dann müssten deiner Aussage nach, auch sämtliche Hausdamen als Zuhälterinnen gelten, die für die bei ihr arbeitenden ausländischen Prostituierten (die keine oder nur geringe Deutsch-Kenntnisse haben) dolmetscht? Gleichzeitig gelten damit deiner Aussage nach sämtliche Prostituiere, die kein Deutsch können, generell als Zwangsprostituierte?
Die Zielrichtugn des Gesetzes ist ja auch weniger die unmittelbare Wirkung, als vielmehr das, dass wir Freier darüber uns Gedanken machen. Das bringt schon viel.

Dann hätte man als Freier eigentlich nur die Option nur noch zu Prostituierten zu gehen, mit denen man sprachlich selbst verhandeln kann (die also selbst Deutsch sprechen) und bei denen keine Hausdame oder ähnliche Personen in der näheren Umgebung (am Straßenstrich oder in WoPuffs/Clubs) befinden zu gehen.

Grob geschätzt würde damit der größte Teil sämtlicher Prostituierte als Zielgruppe, zu der man problem- und rechtlich gefahrlos gehen könnte wegfallen, sofern man deine Aussage als Grundlage nimmt.


Es bleibt also weiterhin offen, woran Mann zweifelsfrei erkennen kann, ob eine Prostituierte freiwillig arbeitet oder nicht. Solange Menschen keine Telepathen sind, wird dies weiterhin unmöglich sein. Wer als Mann absolut sicher gehen will (und muss, wegen Familie und Co, die er versorgen muss), wird damit nur eine Option haben, nämlich dem Pay6 zu entsagen. Alles andere ist nur ein Ratespiel.
Ich versetze mich mal in die Lage eines Politikers "X" hinein. Wie ist die Situation?

Die Politiker haben vor einigen Jahren die Regelungen gelockert. Ob X dabei war, ist dabei egal.
Die Öffentlichkeit ist der Meinung, dass es seitdem in D mehr und leichter Sex gegen Geld gibt als früher. Die Öffentlichkeit ist auch der Meinung, dass es immer noch zu viel Menschenhandel und Zwangsprostitution gibt.
Manche werfen den Politikern nun vor, die Regeln seien zu locker, und sie hätten die Situation der Sexarbeiterinnen eher verschlechtert als verbessert.
Egal ob gerechtfertigt oder nicht, es gibt einen gewissen öffentlichen Druck auf die Politik, etwas zu unternehmen.

Jetzt wird X konkret aufgefordert, etwas zu tun.
Gesetze, die sich häufiger durchsetzen lassen, sind besser als welche, die sich seltener durchsetzen lassen.
Ihm fällt aber keine Lösung ein, die bestimmt wirksam ist und die ihm auch genehm ist.
Ihm fällt nur ein Gesetz ein, dass klarer macht, wo Recht aufhört und Unrecht beginnt.
Besser als nichts, sagt er sich, schlägt es vor, und kann mit Recht behaupten, etwas getan zu haben.
Zuletzt bearbeitet von zeisig am 25.05.2015, 23:34
Genau deshalb habe ich den Link ja gepostet, es bringt rein gar nichts!
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